Freie Künstlergruppe
"der regenbogen"




Adresse:
Uferstr.2
32423 Minden
(direkt an
Kanzlers Weide)

Kontakt:
Norbert Kurze
Tel: 0 57 31 - 60 235

Email:
info@regenbogen-minden.de


Das Regenbogenhaus
Stipendiatin 2014: Katja Windau

Die Hamburgerin war bereits die 8. Stipendiatin in Minden.

Sie lud ein zu ihrer Ausstellung, in der sie ihre Arbeit zeigt, die sie im Juli hier bei uns in Minden erschaffen hat.

[raptus]

Installation von Katja Windau

Eröffnung:
Freitag, den 01. August 2014
um 18 Uhr


Ausstellung geöffnet:
Sonntag, den 03.08. von 14-18 Uhr

Samstag nach Vereinbarung

Fotos von der Ausstellung:
ÜBER KATJA WINDAU:
2001 - 2008 HFBK Hamburg, Diplom Freie Kunst bei Prof. Wiebke Siem
1996 - 1999 Ausbildung zur Goldschmiedin, Hamburg
1972 geboren in Cuxhaven


EINZELAUSSTELLUNGEN

2014 »ARCHITECTURA NOVA URBANA«, pinacoteca, Wien (Mai), (mit Julia Ring)
2013 »VOLKSKUNST«, Aktion im öffentlichen Raum, Dresden
2012 »UTOPIA INTEGRALE«, Künstlerresidenz Blumen, Leipzig (mit Nils Emde)
2011 »SCHAUMA« Frappant, Hamburg
2009 »TEUFELS BEIN UND HASENS FUSS« Goethe-Institut Hamburg
2008 »IM WOLKENKUCKUCKSHEIM« Kunsttreppe, Abendblatt-Center, Hamburg
2007 »SAME PROCEDURE AS LAST YEAR, MISS..?« galeriexprssns, Hamburg
2006 »EXHIBITION« Hinterconti, Hamburg

GRUPPENAUSSTELLUNGEN (Auswahl)

2014 »ALTONALE 16«, Hamburg (Juni)
        »BREMER KUNSTFRÜHLING«, Bremen (Mai)
2013 »BEWERBER FÜR DIE HAMBURGER ARBEITSSTIPENDIEN 2014«,
            Kunsthaus Hamburg
        »LET US SNOW«, Kreuzberg-Pavillon, Berlin
        »P/ART«, Producers Art Fair, Kolbenhof, Hamburg
        »KULTURAUSTAUSCH DER ELBMETROPOLEN«, Galerie im Elysée, Hamburg
        »DOING NOTHING ACCORDING TO NOTHING IS DONE«
            Galerie Speckstrasse, Hamburg
        »DESTROYED IMAGES« Frappant, Hamburg
2012 »DIE SCHÖNE KUNST« Kunsthaus Hamburg
        »BEGEHUNGEN« Forum, Chemnitz
        »DIE NEUERÖFFNUNG« Halle 6, München
        »OFFCOURSE INSTITUTION« (»Betriebsausflug HH/L«), Kaufhaus Held, Leipzig
        »DAEMON’S DILEMMA -Die Farbe des Windes« Künstlerhaus Frise, Hamburg
2011 »AKTUALITÄT UND EIGENES WERK« Kunsthaus Hamburg
2010 » RHOOOMZ 2« Frappant, Hamburg
2009 »VON HINTEN NACH VORN« Galerie Kunstnah, Hamburg
2008 »WIR NENNEN ES HAMBURG« Kunstverein Hamburg
2007 »PRIVATSAMMLUNG« Galerie Kunstnah, Hamburg
2006 »PLATTFORM #3« Kunstverein Hannover

KURATORISCHE PROJEKTE (Auswahl)

2014 »on painting #1+2«, Frappant, Hamburg
2013 »NO PUBLIC SPACE«, Frappant, Hamburg
2011 »BUNTE HUNDE XSIZE«, Nachtspeicher 23, Hamburg
2010 »BUNTE HUNDE UNTER SICH« KuBaSta, Hamburg
2009 »HEÜT STEND SI, MORGEN BRICHT MAN SIE AB UND SETZET SI AN AIN
           ANDER ORT«, Frappant, Hamburg
seit 2009 Kuration des Ausstellungsprogramms im Kunstverein Frappant (im Team)

FÖRDERUNGEN / STIPENDIEN
2013 Reisestipendium Dresden der Kulturbehörde HH und des Kulturamts Dresden
2006 Projektförderung des Freundeskreises der HFBK Hamburg
2005 Sammelstiftung der HFBK Hamburg


Hier einige frühere Arbeiten:
DAS KIND DER STADT 2013

Performance am Goldenen Reiter in Dresden

In dem NDW-Lied von Joachim Witt Der goldene Reiter aus den 80ern heisst es: »Ich bin ein Kind dieser Stadt«. In Dresden ist August II., Kurfürst von Sachsen, natürlich das (berühmteste) Kind der Stadt. Das Lied handelt von Schizophrenie, und die Zeile »ich war so hoch auf der Leiter, doch dann fiel ich ab« lassen Profilierungssucht oder Größenwahn vermuten.
In der Performance versuche ich, mich August zu stellen. Um mich ihm anzunähern, muss ich meinen Standpunkt ändern, ich bin auf die Leiter angewiesen, um annähernd in seine Höhe zu kommen. Die Aktion ist auch eine Auseinandersetzung mit Autorität und Macht. Was kann ich einer solchen Berühmtheit entgegensetzen? Ich trage eine selbstgenähte Fahne bei mir, sie besteht aus Putzlappen. Sie symbolisieren einfache, buchstäblich bodennahe Arbeiten. Auch die Leiter verweist auf Handwerk und Arbeit. Im Gegensatz dazu ist die Haltung Augusts eine heroische, herrschaftliche, und auch sehr freie.
Für die Dauer der Performance versuche ich selbst zu einem Standbild, zu einer Statue zu werden. Dabei geht es mir zum einen darum, trotz der Überlegenheit Augusts Selbstbewusstsein und Stärke auszustrahlen, und andererseits die eigene Lebendigkeit angesichts des »toten« Denkmals zu spüren.
In der Schifffahrt bedeutet eine blau-gelbe Fahne »Ich möchte mich mit Ihnen in Verbindung setzen«. Die aufgenähten Lappen mit Blümchenmuster sind dagegen eher eine Anspielung auf die Hippie-Bewegung.

O.T. (STAR FAMILY) 2013

Mixed-Media-Installation
300 x 260 x 230 cm

Die Installation besteht aus einer Black Box, in deren Inneren die Videoarbeit Lover projiziert wird. An der Aussenseite dient die Box als Präsentationsfläche für zwei weitere Arbeiten: Ziggy Glitter Rockface Mum und Fancy Little Porn Queen. Diese beiden Arbeiten greifen die Uneindeutigkeit der geschlechtlichen Zuordnung aus Lover auf, und verbinden sie mit der Schrillheit von Drag Queens und der transvestitenhaften Stars der Glam-Rock-Ära. Statt buntem Make-up zeigt die Büste ihr gipsbleiches Gesicht wie eine Totenmaske, deren geschlossene Augen von der Aussenwelt abgekehrt sind. Die deutsche Übersetzung von "rockface" ist "Felswand". Gleichzeitig spielt die Bezeichnung auf berühmte Gesichter von Rockstars wie David Bowie an, die zur Projektionsfläche der Sehnsüchte und Euphorie ihrer Fans werden. Den nötigen Rahmen für die neue Ikone bildet dabei eine rosa Baby-Badewanne, die die "Born to be a star"-Attitüde stützt. Während Lover den männlichen Part der "Familie" übernimmt, scheint die un-heilige Mum für die mütterliche Rolle zu stehen, während die Queen das Kind repräsentieren könnte. Dieses trägt jedoch statt eines Kopfs einen Dildo und demonstriert kokett seine Frühreife. So können die beiden Figuren auch als Aufspaltung einer Person gelesen werden, als Dualität des Körpers, nämlich Kopf und Geschlecht.

LOVER 2012
Performance (Video, Loop 4:23 min.)


Das Video zeigt ein Zwitterwesen, das isoliert einen sexuellen Akt zu vollziehen scheint. Die Attribute des Zweigeschlechtlichen werden hauptsächlich durch Attrappen hergestellt.
Das Video zitiert geläufige Darstellungen der Pornographie, indem es formale Mittel übernimmt, sie dabei aber subversiv unterwandert und zur Erzielung einer gegenteiligen Aussage nutzt: Der einsame Akt mit sich selbst vollzieht sich im Nichts, in dem das Bild eines imaginierten Partners zu entstehen scheint. Lover demonstriert das Substitut und stellt den offensichtlichen Schein exponiert zur Schau. Obwohl die Performerin scheinbar frei und selbstbestimmt handelt und ihr Körper ekstatische Lustbewegungen vollführt, entsteht doch durch Körperhaltung und Maskierung ein Eindruck von Unterdrückung oder Folter.

STILL HUNT 2012

Polystyrol, Sandspachtel, Metall, Acrylfarbe
330 x 100 x 220 cm, 130 x 85 x 65 cm

Die beiden Skulpturen sind in ihrer Form an Papierflieger angelehnt, jedoch ist ihre Faltung asymmetrisch und sie heben sich aufgrund ihrer Größe deutlich von ihren kleinen Vorbildern ab.
Still Hunt versucht das Ephemere, Unbeschwerte und Ideelle des Papierseglers mit dem Monumentalen und Statischen eines Denkmals zu konfrontieren. Der kurze, flüchtige Augenblick des Flugs steht dem gewichtigen Verharren entgegen.
Weitere Polaritäten finden sich: Die schwarz-weiße Farbgebung der Skulpturen und ihre Größenunterschiede lassen sie zu einem komplementären Paar werden. Der Titel (im Deutschen: Pirschjagd) fordert zu einer Interpretation der Szene auf menschlicher oder philosophischer Ebene auf.